Kieler S.V. Holstein von 1900Leon Fenske
Über Leon

Leons Geschichte

Hier möchten wir von Leon erzählen, so wie wir ihn kannten, erlebt und geliebt haben. Von unserer Familie, seinen Freunden, seiner großen Leidenschaft für Holstein Kiel und von all den kleinen und großen Momenten, die ihn zu dem Menschen gemacht haben, der er für uns war.

Es sind Erinnerungen aus seinem Leben, die wir bewahren und mit euch teilen möchten.

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Unser Leon

Es ist gar nicht so einfach, einen Text über Leon zu beginnen. Wie beschreibt man einen Menschen, der so viele Jahre ganz selbstverständlich zum eigenen Leben gehört hat? Wie schreibt man über all die gemeinsamen Jahre, über seine Art, seine Geschichten, seine Ecken und Kanten und über all die kleinen Dinge, die einen Menschen am Ende zu dem machen, der er für uns war?

Wahrscheinlich kann man das gar nicht in einem einzigen Text. Und vielleicht müssen wir das auch gar nicht.

Denn genau dafür haben wir diese Seite geschaffen.

Wir möchten hier einen Ort für Leon entstehen lassen. Einen Ort, an dem wir von ihm erzählen können, an dem Erinnerungen bleiben dürfen und an dem jeder Mensch, der ein Stück seines Lebens mit Leon geteilt hat, Teil davon sein kann.

Für Nicole war Leon ihr erstgeborener Sohn und über all die Jahre auch ein wichtiger Halt in ihrem Leben. Er war jemand, auf den sie sich verlassen konnte, mit dem sie vieles geteilt hat und der in vielen Momenten ihr Fels in der Brandung war.

Für mich war ich auf dem Papier sein Stiefvater. Aber so hat es sich für mich nie angefühlt. Leon war mein Sohn. Wir haben viele Jahre miteinander als Familie gelebt, haben schöne Zeiten erlebt, schwierige Zeiten durchgestanden, zusammen gelacht, diskutiert, uns auch mal gegenseitig auf die Nerven gegangen und all das miteinander geteilt, was Familie eben ausmacht.

Für Justin, Amy und Leni war Leon der große Bruder. Jeder von ihnen hatte seine ganz eigene Beziehung zu ihm, seine eigenen Geschichten, Erlebnisse und Erinnerungen. Genau das möchten wir auch so bewahren. Es gibt nicht die eine Erinnerung an Leon. Jeder von uns kannte ihn auf seine eigene Weise.

Und trotzdem gab es etwas, das uns alle verbunden hat.

Für uns war er einfach unser Leon.

Wenn wir heute an ihn denken, denken wir nicht zuerst an seine Krankheit oder an die letzten Wochen seines Lebens. Natürlich gehören auch diese schweren Zeiten zu seiner Geschichte. Aber sie sind nicht das, was Leon ausgemacht hat.

Wir denken an sein Leben.

An ganz normale Tage. An Gespräche. An Situationen, über die wir heute noch lachen müssen. An Dinge, über die wir uns früher vielleicht geärgert haben und bei denen wir heute alles dafür geben würden, sie noch einmal erleben zu dürfen.

Man merkt erst, wenn ein Mensch fehlt, an wie vielen Stellen er eigentlich da war.

Leon konnte für Dinge, die ihm wichtig waren, eine unglaubliche Leidenschaft entwickeln. Ganz besonders galt das für Holstein Kiel.

Wenn man von Leon erzählt, kommt man an Holstein eigentlich nicht vorbei. Der Verein, die Kurve, seine Freunde und die Fanszene gehörten über viele Jahre fest zu seinem Leben. Holstein war für Leon nicht einfach nur ein Fußballverein, dessen Ergebnisse er am Wochenende verfolgt hat. Er lebte das.

Er fuhr zu Spielen, war Teil der Fanszene, beteiligte sich an Aktionen und steckte schon als Jugendlicher wahrscheinlich mehr von seinem Taschengeld in Holstein und die Fanszene, als man es ihm manchmal hätte erlauben sollen.

Das war eben Leon.

Wenn ihm etwas wichtig war, dann richtig.

Und diese Leidenschaft behielt er nicht nur für sich. Er nahm Justin mit und brachte ihm diese Welt näher. Später wuchs auch Leni von klein auf mit Holstein auf. Irgendwann wurde aus Leons großer Leidenschaft auch ein Teil unserer Familiengeschichte.

Heute merken wir, wie viele unserer Erinnerungen irgendwie mit ihm und Holstein verbunden sind. Spiele, gemeinsame Erlebnisse, Stadionbesuche und diese ganz normalen Situationen, in denen klar war, dass Holstein gerade spielt und deshalb selbstverständlich irgendwo ein Fernseher, ein Handy oder ein Tablet laufen musste.

Aber Leon war natürlich sehr viel mehr als Fußball.

Und genau das möchten wir auf dieser Seite zeigen.

Wir möchten von seiner Kindheit erzählen, von unserer Familie, von seinen Geschwistern, seinen Freunden und Wegbegleitern. Von schönen und lustigen Geschichten. Von besonderen Tagen und völlig unspektakulären Momenten, die heute plötzlich unglaublich wertvoll geworden sind.

Und wir möchten das nicht alleine tun.

Leon hat in seinen 29 Jahren viele Menschen kennengelernt. Menschen aus seiner Kindheit, Schulfreunde, Freunde, Wegbegleiter, Menschen aus der Fanszene und viele andere, die irgendwann ein Stück seines Weges mit ihm gegangen sind.

Jeder von ihnen hat vielleicht seinen ganz eigenen Leon kennengelernt.

Vielleicht gibt es Geschichten, von denen wir als Familie noch gar nichts wissen. Situationen, die Leon uns nie erzählt hat. Erinnerungen an gemeinsame Auswärtsfahrten, Abende mit Freunden, Gespräche oder einfach irgendeinen kleinen Moment, der für einen anderen Menschen bis heute etwas Besonderes ist.

Genau diese Erinnerungen möchten wir sammeln.

Jeder, der Leon kannte und etwas mit ihm verbindet, soll hier die Möglichkeit bekommen, seine Erinnerung zu teilen. Das muss keine lange Geschichte sein. Es kann ein Foto sein, ein paar Sätze, etwas Lustiges, etwas Persönliches oder einfach ein Moment, an den man immer wieder zurückdenkt.

Wir möchten, dass diese Seite mit der Zeit wächst.

Nicht nur durch unsere Erinnerungen als Familie, sondern durch all die Menschen, die Leon ein Stück seines Lebens begleitet haben.

Denn jeder trägt vielleicht einen kleinen Teil seiner Geschichte in sich.

Wenn wir diese Erinnerungen zusammentragen, entsteht daraus etwas, das keine einzelne Person alleine erzählen könnte.

Dann entsteht Stück für Stück ein Bild von dem Menschen, der Leon wirklich war.

Auch die schwere Zeit seiner Krankheit gehört dazu. 2024 bekam Leon die Diagnose Darmkrebs mit Metastasen in der Leber. Von diesem Moment an änderte sich vieles für ihn und für uns als Familie.

Es begann eine Zeit mit Krankenhausaufenthalten, Untersuchungen, Behandlungen, Hoffnung und Angst. Mit der Zeit konnte Leon immer weniger von den Dingen machen, die vorher selbstverständlich zu seinem Leben gehört hatten.

Aber auch während dieser Zeit blieb vieles von dem bestehen, was ihn ausgemacht hat.

Seine Familie.

Seine Freunde.

Seine Leidenschaft.

Und natürlich Holstein.

Bis ganz zum Schluss.

Am 14. August 2026 war Leon noch einmal im Holstein Stadion. Gemeinsam mit seiner Mutter saß er beim Spiel gegen St. Pauli auf dem Rollstuhlplatz. Er schaute immer wieder hinüber zu der Tribüne, auf der er so viele Jahre gestanden hatte.

Nicole wird diesen Blick wahrscheinlich niemals vergessen.

Für sie fühlte es sich an, als würde Leon sich von seiner Tribüne verabschieden.

Genau eine Woche später, am 21. August 2026, mussten wir Leon gehen lassen.

Er war gerade einmal 29 Jahre alt.

Seitdem ist vieles anders.

Leon fehlt uns jeden Tag. Manchmal in großen Momenten und manchmal durch irgendeine völlig unscheinbare Kleinigkeit.

Ein Lied.

Ein Foto.

Ein Fußballspiel.

Ein Satz.

Oder eine Situation, bei der einer von uns plötzlich sagt:

„Das wäre jetzt wieder typisch Leon.“

Und genau in solchen Momenten merken wir, dass Erinnerungen etwas unglaublich Wertvolles sind.

Deshalb soll diese Seite nicht nur ein Ort der Trauer sein.

Sie soll vor allem ein Ort für Leons Leben sein.

Ein Ort zum Erinnern.

Ein Ort zum Erzählen.

Ein Ort zum Lachen und manchmal auch zum Weinen.

Ein Ort für seine Familie, seine Freunde und alle Menschen, die ihn kannten.

Wir möchten hier nicht nur erzählen, dass Leon gestorben ist.

Wir möchten erzählen, dass Leon gelebt hat.

Mit seiner ganz eigenen Art.

Mit seinen Leidenschaften.

Mit seinen Geschichten.

Mit seinen Ecken und Kanten.

Mit den Menschen, die ihm wichtig waren.

Und mit all den Erinnerungen, die er bei uns hinterlassen hat.

Diese Seite gehört deshalb nicht nur uns.

Sie gehört ein Stück weit jedem Menschen, der eine Erinnerung an Leon in sich trägt.

Und vielleicht schaffen wir es gemeinsam, all diese kleinen und großen Erinnerungen an einem Ort zusammenzubringen.

Für Leon.

Für uns.

Und für alle, die ihn vermissen.

Unser Leon.